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Die Entstehung von Animation und Film

Unter dem Begriff Animation versteht man einen Prozess, der bei Dingen den Anschein einer Bewegung hervorruft. Es handelt sich um ein mechanisches Prozedere, in dessen Rahmen man eine Sequenz statischer, wenngleich leicht verschiedener Bilder sieht, die schnell nacheinander gezeigt werden, wobei durch die Trägheit des menschlichen Auges der Eindruck einer fließenden Bewegung entsteht. Animation ist auch die Basis für den Film als solchen, der sich denselben Effekt zunutze macht - die einzelnen Bilder werden mit einer solchen Geschwindigkeit abgespielt, die das menschliche Auge nicht mehr wahrnehmen kann, und man sieht die gesamte Sequenz infolgedessen als verbundenes bewegtes Bild.

Der Animationsfilm ist dann ein solcher Filmtyp, der durch die Anfertigung einzelner Bilder entsteht, die dicht hintereinander gelegt werden, damit der Animationseffekt entsteht. Ursprünglich entstanden Animationsfilme mithilfe händischer Zeichnungen oder Puppen, heute überwiegt in diesem Genre bereits die Computeranimation. Das Genre des Animationsfilms beschreibt dabei vor allem eine abweichende Entstehungsmethode im Kontrast zu normalen Spielfilmen, deshalb können Animationsfilme gleichzeitig auch in jedes beliebige andere Genre hineinfallen - oft handelt es sich um Märchen oder Sagen oder Abenteuer- und Fantasyfilme, obwohl auch Dramen, Science-Fiction-Filme, Komödien und Musicals Animationsfilme sein können.

Ein Durchbruch in der Welt der Animation war die Erfindung des Stroboskops im Jahre 1832, das die Illusion einer Bewegung hervorrief, wenn man eine rotierende Serie von Bildern durch einen schmalen Schlitz betrachtete. Ähnlich revolutionär war das Praxinoskop, das 1882 eingeführt wurde, durch das es erstmals möglich war, bewegliche Bilder auf eine Leinwand zu projizieren. Dieses Gerät war der Vorläufer des Kinetoskops, einer Vorrichtung, die es ermöglichte, bewegliche Bilder zu verfolgen und die sich Thomas Edison hatte patentieren lassen, und des Kinematografen, der 1895 von den Gebrüdern Lumière erfunden wurde, die damit die Kinematografie als solche entstehen ließen. Die Animation wurde bis zu dieser Zeit als eine Art Attraktion verwendet, sie diente Werbezwecken und zur Herstellung optischer Spielzeuge. Nach der Erfindung des Spielfilms wurde sie bis 1908 vernachlässigt, als J. Stuart Blackton die Technik der Stop-Motion-Animation erfand, also einer Animation, die durch die Anfertigung einer Serie von Fotografien entstand.


Die Anfänge der amerikanischen Animation

Noch vor dem ersten Weltkrieg entstanden in den USA mehrere fortschrittliche Technologien - z. B. eine mechanische Druckerpresse für Hintergrundzeichnungen, wodurch man den Hintergrund nicht immer wieder neu übermalen musste, oder die Idee, die sich bewegenden Figuren auf durchsichtiges Zelluloid (sog. Ultraphan) zu malen, das die Arbeit mit dem unveränderlichen Hintergrund auch deutlich vereinfachte. Zu einem Aufschwung der Animation kam es in der Nachkriegszeit, als aus dem Filmzweig langsam eine Industrie herausbildete, sich die einzelnen Bereiche spezialisierten und die Arbeitsteilung es ermöglichte, Filme schneller und ökonomischer herzustellen. Auch entstanden die ersten Produktionsstudios für Zeichentrickfilme. Die damaligen Filmemacher waren unabhängige Hersteller, die die Rechte an ihren Filmen an die Vertreiber verkauften, diese nahmen sie dann hier und da in eine Serie von Kurzfilmen auf, die vor dem Hauptprogramm in den Kinos gezeigt wurden. Als erster Animationsfilm, der mit seinen zehn Minuten Länge die Länge aller bis dato entstandenen kurzen animierten Clips übertraf, gilt The Sinking of the Lusitania (1918) des Zeichners Winsor McCay (dem Schöpfer der Figur Gertie the Dinosaur).

Animationsfilme entstanden unter Nutzung verschiedener Techniken, wesentlich war jedoch die Einführung der Technologie der Rotoskopie, die es ermöglichte, einen Spielfilm dazu zu nutzen, aus diesem Feld für Feld den Umriss einer Figur nachzuzeichnen. Dadurch war es möglich, die Filmhelden in einer viel natürlicheren Bewegung einzufangen, als es bisher möglich gewesen war. Der Erfinder dieser Methode, Max Fleischer, setzte sie in seiner Serie von kurzen Animationsfilmen mit dem Titel Out of the Inkwell ein, deren Held der Clown Koko war und die die gesamten 20-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts über Erfolge feierte. In den 30-er Jahren kam dieser Filmemacher dann zusammen mit seinem Bruder Dave mit den Figuren Popeye und Betty Boop.

The Sinking of the Lusitania (1918)

The Sinking of the Lusitania -

 

Die ersten Erfolge von Walt Disney und den Warner Bros.

Ab 1918 versuchte auch der junge Walt Disney, sich in den USA durchzusetzen obwohl sein Weg quer durch mehrere erfolglose Agenturen, die kurze Animationsfilme herstellten, nicht den gewünschten Erfolg hatte, bis er zusammen mit seinem Bruder Roy das Disney Brothers Studio gründete, wo sie zusammen Animationsserien für die Vertreiberfirmen Warner Bros. und MGM schufen. Da sie jedoch nicht die Rechte an den animierten Figuren besaßen (unter ihnen war z. B. Oswald, der lustige Hase), dachte sich Walt Disney eine eigene Figur aus - Mickey Mouse. Die ersten zwei Filme mit Mickey waren nicht erfolgreich, dann aber wurde der Tonfilm erfunden, und der dritte Film mit der Maus in der Hauptrolle konnte somit schon ein Tonfilm sein. Er hieß Steamboat Willie (1928) und bedeutete für Disney den Durchbruch, er katapultierte ihn in führende Positionen in der Welt des Animationsfilms. In den zwanziger Jahren war dann auch die visuell einfallsreiche und ausgelassene Serie über Felix the Cat erfolgreich, diese allerdings überlebte den Aufschwung des Tonfilms nicht, ebenso wie die meisten anderen animierten Figuren der Stummfilmära.

In den 30-er Jahren wurden kurze Animationsserien zu einem üblichen Bestandteil der meisten Filmprogramme. Beliebt war das Animationsstudio Terrytoons und seine berühmteste Gestalt Woody Woodpecker. Die Firma Warner Bros. gründete dann ihr eigenes Animationsstudio, wo sie die Serie Looney Toons produzierte, in der im Laufe der Zeit Figuren wie Bugs Bunny, Daffy Duck und Porky Pig immer beliebter wurden, zeitgleich versuchte man, einen Teil der Produktion auch für ein erwachsenes Publikum herzustellen. Disney, der sich gerade wegen seiner Kurzfilme mit Micky, Donald Duck und Goofy großer Bekanntheit erfreute, führte 1937 den ersten abendfüllenden Animationsfilm in der Geschichte auf - Schneewittchen und die sieben Zwerge. An ihren riesigen Erfolg knüpfte er dann in den 40-er Jahren an, als er mit Filmen wie Pinocchio (1940), Fantasia (1940), Dumbo (1941) und Bambi (1942) den Höhepunkt der damaligen technologischen Möglichkeiten erreichte. In Reaktion auf Disney kamen die Brüder Fleischer dann mit der abendfüllenden Animationsadaption Gullivers Reisen (1939), allerdings konnten sie kein solches Ergebnis wie Schneewittchen und die sieben Zwerge erzielen.

Schneewittchen und die sieben Zwerge (1937)

Schneewittchen und die sieben Zwerge -

 

Der Aufschwung des Fernsehens nach dem Krieg

In den 40-er Jahren wurde auch eine Serie kurzer Grotesken populär, in denen Figuren wie Tom Cat und Jerry Mouse auftraten, die sich ohne Dialoge an den Kragen gingen, dafür allerdings mit klanglich effektvollen und komisch gewaltsamen Gags. Die Zeit in Verbindung mit dem Verlauf und den Nachwehen des Zweiten Weltkrieges bedeutete eine Veränderung der gesamten Filmbranche (wobei die Animation zur Kriegspropaganda genutzt wurde), und nach dem Krieg musste sich Hollywood darüber hinaus auch dem Aufschwung des Fernsehens anpassen. Viele Studios gingen deshalb zur Herstellung von Animationsshows für das Fernsehen über. Unnachgiebig blieb allein Disney, der in den 50-er Jahren Cinderella (1950), Alice im Wunderland (1951), Peter Pan (1953), Susi & Strolch (1955) und Dornröschen (1959) drehte.

Ab Mitte der 60-er Jahre hörten jedoch die großen Studios auf, neue kurze Animationsfilme zu drehen, wobei die alten komplett auf die TV-Bildschirme gelangten. Stattdessen entstanden dann schon direkt für das Fernsehen bestimmte Animationsserien wie Familie Feuerstein, Yogi Bär oder Scooby-Doo, Where Are You! In die Kinos brachte Disney die Streifen 101 Dalmatiner (1961), Merlin und Mim (1963) und Das Dschungelbuch (1967), außerdem feierte er mit seinem für dreizehn Oscars nominiertem Musical Mary Poppins (1964), das Animation und echte Schauspieler kombinierte, riesige Erfolge. Diese Methode tauchte übrigens sporadisch bereits an den Anfängen der Filmanimation auf (Alice in de Wooly West, 1926), wurde aber auch viel später noch genutzt (Falsches Spiel mit Roger Rabbit, 1988).

Cinderella (1950)

Cinderella -

 

Schaffen für Erwachsene und der Niedergang Disneys

An der Wende der 60-er und 70-er Jahre tauchte infolge verschiedener Einflüsse auch die Tendenz auf, die Produktion von Animationsfilmen für Erwachsene anzukurbeln - es entstanden Filme wie Yellow Submarine (1968), der in psychedelischer Manier Lieder der Beatles illustrierte, oder der Undergroundfilm Fritz the Cat (1972),  der aufgrund der Schilderung der Atmosphäre der gesunkenen Moral von Drogen und unverbindlichem Sex als erster Animationsfilm der Kategorie X zugeordnet wurde, was bis dato ausschließlich bei Pornografie üblich war. Der Schöpfer von Fritz the Cat, Ralph Bakshi, stand später auch hinter den Streifen Wizards - Die Welt in 10 Millionen Jahren (1977), Feuer und Eis (1983) und hinter der Animationsadaption Der Herr der Ringe (1978).

In den 70-er Jahren vertrieb die Firma Disney, gezeichnet vom Tod Walt Disneys im Jahre 1966, eine Serie recht wenig ausdrucksstarker und nicht sonderlich erfolgreicher Filme, zu denen Filme wie Aristocats (1970), Robin Hood (1973), Die vielen Abenteuer von Winnie Puuh (1977) und Bernard und Bianca - Die Mäusepolizei (1977) zählten. Die Zeit des Niedergangs setzte sich auch in den achtziger Jahren fort, als Disney den Film Cap und Capper (1981) und auch Taran und der Zauberkessel (1985) in die Kinos brachte, wobei Letztgenannter mit seinem riesigen Budget und den geringen Erlösen einen neuen Rekord bei Disney-Flops verzeichnete. Finanziell Abhilfe schufen erst die Streifen Basil, der große Mäusedetektiv (1986) und Oliver & Co (1988), vor allem aber dann Arielle, die Meerjungfrau (1989), die aus der Sicht des Zuschauers an Disneys Goldene Ära vom Beginn der 40-er Jahre anknüpfte und das goldene Zeitalter der Neunziger einleitete, in denen Disney seine bekanntesten Klassiker schuf.

Konkurrenz zu Disney waren in den 80-er Jahren vor allem der überaus erfolgreiche Streifen In einem Land vor unserer Zeit - Die Dinos kommen (1988), eine Produktion von Steven Spielberg, und eine Reihe von TV-Serien, darunter z. B. Die Simpsons von Matt Groening aus dem Jahre 1987. Im Jahre 1981 nahm das Kabelfernsehen MTV den Betrieb auf, das viele animierte Music-Videoclips popularisierte. Die Animation tauchte auch in der Werbung auf (so manche Kinderserien dieser Zeit wirkten wie Spielzeugwerbung, siehe Transformers, G. I. Joe - Geheimauftrag Cobra oder Mein kleines Pony), und man arbeitete mit ihr als Hilfsmittel für Spielfilme. Ein kurzer Animationsclip mit Roger Rabbit Tummy Trouble (1989) lief in den Kinos als Vorfilm zur Familienkomödie Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft (1989), in den Musikfilm Pink Floyd: The Wall (1982) wurden etwa 15 Minuten Animationssequenzen eingeschoben, und mit der Entwicklung der Computer nutzte man auch Computeranimation (in hohem Maße erstmals in den Film Tron aus dem Jahre 1982).

Yellow Submarine (1968)

Yellow Submarine -

 

Disneys Goldene Neunziger und die Vorherrschaft von Pixar

Bei Disney begann in den 90-er Jahren eine Zeit der Renaissance, als die Streifen Die Schöne und das Biest (1991, der erste Animationsfilm in der Geschichte, der in der Kategorie Bester Film für einen Oscar nominiert wurde), Aladdin (1992) und Der König der Löwen (1994) dreimal hintereinander Kassenschlager wurden. In diesen Zeitraum fallen auch die späteren Filme Pocahontas (1995), der Glöckner von Notre Dame (1996), Hercules (1997), Mulan (1998) und Tarzan (1999). Die einzige Ausnahme bildet Bernard und Bianca im Känguruhland (1990), der irgendwo in der Versenkung verschwand und bewirkte, dass Disney seitdem alle Fortsetzungen seiner Filme nur noch auf Video und DVD herausgab (bis 2018, als der Film Ralph reichts 2 - Chaos im Netz Premiere hatte). Der Erfolg von Die Simpsons ließ Serien wie South Park, Family Guy oder Futurama entstehen, einen großen Boom erlebten animierte Serien auch auf dem Kabelsender Cartoon Network.

Die Computeranimation gelangte bereits in den 80-er Jahren in den Vordergrund, doch erst in den 90-er Jahren erlebte sie ihren echten Aufschwung. Im Jahre 1986 kaufte Steve Jobs von George Lucas dessen Technologiefirma Graphics Group an, die er in Pixar umbenannte. Aus der Firma, die sich vor allem mit Hardware und Software für Computergraphik befasste, wurde mit der Zeit ein Animationsstudio, das mit kurzen dreidimensionalen animierten Filmchen kam, deren primärer Zweck darin bestand, potenziellen Kunden die Möglichkeiten der Computergraphik aufzuzeigen. Auf die Kurzfilme wurde man dann bei Disney aufmerksam und man unterzeichnete mit Pixar einen Vertrag für drei Filme. Der erste von ihnen, Toy Story (1995), war in den Kinos unglaublich erfolgreich und stellte eine Revolution bei den Animationsfilmen dar.

Im Laufe der folgenden zehn Jahre produzierte Pixar weitere fünf abendfüllende Filme, die bei Zuschauern und Kritikern Beliebtheit erlangten. Die Filme Das große Krabbeln (1998), Toy Story 2 (1999), Die Monster AG (2001), Findet Nemo (2003) oder Die Unglaublichen (2004) brachten Pixar den Ruf des weltweit besten Animationsfilmstudios ein. Diesen Ruf bestätigten in den folgenden Jahren nur noch die Streifen Cars (2006), Ratatouille (2007), WALL-E - Der Letzte räumt die Erde auf (2008), Oben (2009) und Toy Story 3 (2010). Zu einem gewissen Abfall der Qualität kam das Studio Pixar ironischerweise erst, nachdem es 2006 von der Firma Disney gekauft worden war, das bis dato etwas mühsam versucht hatte, ihm mit den ebenfalls dreidimensionalen Animationsfilmen Himmel und Huhn (2005) oder Triff die Robinsons (2007) zu konkurrieren.

Toy Story (1995)

Toy Story -

 

Der Aufstieg weiterer Animationsstudios

Im Bereich der 3D-Animation hatte Disney erst mit der Premiere der Filme Bolt - Ein Hund für alle Fälle (2008) und Rapunzel - Neu verföhnt (2010) langsam Erfolg, wobei er bis dahin eher mit der klassischen Animation größere Erfolge feierte, die in den Filmen Ein Königreich für ein Lama (2000), Atlantis: Das Geheimnis der verlorenen Stadt (2001), Lilo & Stitch (2002), Der Schatzplanet (2002) oder Küss den Frosch (2009) zur Anwendung kam. Große Player auf dem Animationsfilmmarkt waren auch die Firma Blue Sky mit der Serie Ice Age (ab 2002) und Dreamworks mit Antz - Was krabbelt da? (1998), Der Prinz von Ägypten (1999) und der Serie Shrek - Der tollkühne Held (ab 2001). Im Jahre 2002 wurde bei den Oscars die Kategorie Bester Animationsfilm eingeführt, und gerade Shrek, der sich in Parodieform über Märchenklischees lustig machte, erhielt damals als erster einen Award.

Die erste Dekade des 21. Jahrhunderts zeigte so gleichzeitig, dass die 3D-Animation im Rahmen der Animationsfilme zur Hauptströmung avancieren würde. Nach 2009 (erstmals mit dem Film Monsters vs. Aliens) gelangten dreidimensionale Animationsfilme darüber in für 3D-Brillen bestimmten Versionen in die Kinos, was beim Anschauen ein räumliches Erlebnis garantierte. Disney versuchte in den Jahren 2011-2012, mit einer erneuten Distribution einiger älterer Titel zu punkten, die nachträglich in 3D konvertiert worden waren, doch war dies kein sonderlich finanziell erfolgreicher Schritt, und so überdachte man diese Strategie recht schnell, in 3D wurden ab dieser Zeit nur noch neue Animationsfilme konvertiert.

Disney vertrieb außerdem zu dieser Zeit auch neue Filme - Ralph reichts (2012), Die Eiskönigin - Völlig unverfroren (2013) und Baymax - Riesiges Robowabohu (2014) - und Pixar tat dasselbe mit Merida - Legende der Highlands (2012) und mit dem Film Inside Out (2015). Das Studio Dreamworks fasste mit den Filmserien Madagascar (ab 2005), Kung Fu Panda (ab 2008) und Drachenzähmen leicht gemacht (ab 2010) Fuß. Das Studio Blue Sky feierte mit den zwei Rio-Filmen (2011 und 2014) Erfolge, das Studio Sony wiederum mit der Serie Hotel Transsilvanien (ab 2012) und das Studio Illumination Entertainment mit der Serie Ich - Einfach unverbesserlich (ab 2010). Erwähnenswert ist auch das Studio Laika mit einen Filmen, die mithilfe einer Stop-Motion-Puppenanimation gedreht wurden, wie zum Beispiel Coraline (2009), Kubo, der tapfere Samurai (2016) oder Mister Link - Ein fellig verrücktes Abenteuer (2019).

Shrek - Der tollkühne Held (2001)

Shrek - Der tollkühne Held -

 

Nichttraditionelle Animation

Der Animation widmeten sich außerdem hier und da auch Filmemacher wie Tim Burton oder Wes Anderson, also Schöpfer von überwiegend Spielfilmen, die für ihren visuell eigenwilligen Stil bekannt waren. Dadurch entstanden unter anderem auch Puppenfilme wie Nightmare Before Christmas (1993), Corpse Bride - Hochzeit mit einer Leiche (2005), Der fantastische Mr. Fox (2009) und Isle of Dogs - Ataris Reise (2018). Regisseur Robert Zemeckis machte sich zur Abwechslung ans Experimentieren mit der Technologie motion capture, die es ihm ermöglichte, im Computer die Bewegungen von Schauspielern aufzuzeichnen und diese anschließend auf animierte Modelle zu übertragen – so führte Zemeckis beispielsweise bei den Filmen Der Polarexpress (2004) oder Eine Weihnachtsgeschichte (2009) Regie. Fortgesetzt wurde das Genre des Animationsfilms für Erwachsene zum Beispiel durch South Park - Der Film (1999) und Sausage Party - Es geht um die Wurst (2016) oder die Puppensatire Team America: World Police (2004) und die Serien Ugly Americans (ab 2010), Rick and Morty (ab 2013) oder BoJack Horseman (ab 2014).

Die Zeit zwischen 2010-2020 war außerdem durch einen Zustrom einer großen Menge von Animationsfilmen aus Europa, Asien, Afrika oder Südamerika gekennzeichnet, die mit veränderlichem Erfolg versuchten, sich auf diesem Gebiet durchzusetzen und so an die Meisterwerke etablierter Firmen heranzukommen, also die Filme Die Abenteuer von Tim und Struppi - Das Geheimnis der 'Einhorn' (Paramount Pictures, 2011), The Lego Movie (Warner Bros., 2014), Zoomania (Disney, 2016), Coco - Lebendiger als das Leben (Pixar, 2017) oder Spider-Man: A New Universe (Sony, 2018). In den Auslandsvertrieb einer Reihe von Ländern gelangten so ganz normal auch Animationsstreifen aus Russland (Die Schneekönigin - Eiskalt verzaubert, 2012), Spanien (Tad Stones - Der verlorene Jäger des Schatzes, 2012), Südafrika (Khumba - Das Zebra ohne Streifen, 2013), Malaysia (Prinz Ribbit, 2014), Luxemburg (Überflieger - Kleine Vögel, großes Geklapper, 2017) oder Belgien (Royal Corgi - Der Liebling der Queen, 2019).

 

Europäische Animation

In den europäischen Ländern und auch anderswo auf der Welt tauchten Animationsfilme jedoch schon viel früher auf. In Europa wurde die Animation ab den 30-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts vor allem in experimentellen Werken genutzt, die drauf zurückgriffen, dass die Animation bei der Herstellung nicht zu kostspielig und anderweitig aufwändig war. Die meisten europäischen Animateure verachteten die klassische Zeichenanimation, da sie diese mit der Marktorientierung Hollywoods in Verbindung brachten, stattdessen nutzten sie die Methode der phasenweisen Stop Motion, die die Illusion einer Bewegung mit Hilfe der allmählichen Aufnahme der einzelnen Fenster hervorrief. Die Animation wurde in der Werbung und in abstrakten Kurzfilmen verwendet. In Großbritannien experimentierte beispielsweise der Regisseur Len Lye mit der Animation, der händisch direkt auf das Filmmaterial malte.

Der Zweite Weltkrieg bremste dann die Entwicklung der Animation in Europa, trotzdem wurden einige Länder Osteuropas wie zum Beispiel Ungarn oder Bulgarien und vor allem Polen in den fünfziger und sechziger Jahren zu Großmächten der Animation. Der erste polnische Animationsfilm war Janosik (1954), dessen Autoren Wlodzimierz Haupe und Halina Bielinska später auf dem Festival in Cannes den Award für den besten Kurzfilm für Zmiana warty (1959) erhielten. Die polnischen Animateure Jan Lenica und Walerian Borowczyk schufen kurze animierte Streifen, für die ihre pessimistische und surrealistische Atmosphäre charakteristisch ist wie z. B. House (1958). In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts waren die größten Persönlichkeiten des polnischen Animationsfilms Miroslaw Kijowicz, Daniel Szczechura bzw. Stefan Schabenbeck. Zbigniew Rybczynski erhielt einen Oscar für den kurzen Animationsfilm Tango (1981), bedeutend war auch die Arbeit von Regisseur und Animateur Piotr Dumala an den Streifen Freedom of the Leg (1989) oder Crime and Punishment (2000).

Als Begründer der ungarischen Animation gilt István Kiszly Kató, dank dem in in Ungarn bereits ab 1914 kurze Animationsfilme entstanden. In den 50-er Jahren wurde in Ungarn das Animationsstudio Pannonia gegründet, das in den sechziger Jahren internationale Aufmerksamkeit erregte. Die ungarische TV-Serie Gustav wurde in der zweiten Hälfte der 60-er Jahre in mehr als siebzig Länder verkauft. Ein bedeutender ungarischer Animateur war auch Marcell Jankovics, der in Cannes mit dem Kurzfilm Fight (1977) einen Erfolg feierte und mehr als zwanzig Jahre an dem Streifen The Tragedy of Man (2011) arbeitete. In Bulgarien wiederum befand sich die Animation ab den 60-er Jahren auf dem aufsteigenden Ast, und zwar dank dem Studio Sofia. Im Laufe der folgenden Dekaden entstanden in Bulgarien viele kurze Kunst-Animationsfilme. Zu einer Verschiebung von starken Autorenprojekten hin zum Animationsschaffen, das auf ein breiteres Publikum ausgerichtet ist, kam es jedoch in Ungarn und in Bulgarien in einem stärkeren Maße praktisch erst an der Jahrtausendwende.

Zmiana warty (1958)

Zmiana warty -

 

Animation in Frankreich

Eine Sonderstellung hatte im Rahmen der europäischen Animation Frankreich inne, dessen Geschichte des Animationsschaffens weltweit eine der längsten ist und sich bereits bis ins ausgehende 19. Jahrhundert zurückverfolgen lässt - der Erfinder des in der Einleitung genannten Praxinoskops war übrigens der Franzose Charles-Émile Reynaud. Der erste französische abendfüllende Animationsfilm war 1930 der Streifen The Story of the Fox, der sieben Jahre später auch eine deutsche Tonspur erhielt und 1941 ebenfalls eine französische. Im Jahre 1965 schuf der preisgekrönte Regisseur Jean-Francois Laguionie, der Macher der viele Jahre später gedrehten Filme The Painting (2011) oder The Prince`s Voyage (2019), seinen ersten animierten Kurzfilm. Ab 1967 entstand in Frankreich nach der berühmten Comic-Vorlage auch eine Filmserie über Asterix, deren erste Folge Asterix der Gallier jedoch ohne das Wissen der Comic-Autoren René Goscinny und Albert Uderzo entstand - diese beteiligten sich dann als Regisseure erst am nächsten Film dieser Serie mit dem Titel Asterix und Kleopatra (1968).

Bemerkenswert ist auch der französische Science-Fiction-Animationsfilm Der wilde Planet (1973), der in der Tschechoslowakei animiert wurde und dessen Macher René Laloux später auch bei den Filmen Herrscher der Zeit (1982) oder Light Years (1988) Regie führte. Im Fernsehen waren in Frankreich die Animationsserien Inspector Gadget (ab 1983) oder die von dem belgischen Comic inspirierte Serie The Adventures of Tintin (ab 1990) populär. Einen bedeutenden Bruch in der französischen Filmanimation stellte der Streifen Das große Rennen von Belleville (2003) dar, der gleich für zwei Oscars nominiert wurde – für den besten Animationsfilm und für das beste Lied – und sein Regisseur Sylvain Chomet konnte später auch mit dem Animationsfilm Der Illusionist (2010) Erfolge feiern. Für einen Oscar nominiert waren auch die Streifen Persepolis (2007), Die Katze von Paris (2010) oder Ich habe meinen Körper verloren (2019), erwähnenswert ist unter anderem auch der außerordentlich erfolgreiche Der kleine Prinz (2015), der Abenteuerfilm Long Way North (2015) oder die Trilogie von Luc Besson Arthur und die Minimoys (ab 2006).

 

Britische Animation und Erfolg mit Plastilin

Der erste britische abendfüllende Animationsfilm war der satirische Streifen Aufstand der Tiere aus dem Jahre 1954, eine Geschichte, die Kommunismus und Diktatur kritisierte, durch den im Land erstmals eine Reihe von Berufsgruppen im Zusammenhang mit der Filmanimation eingeführt wurde. Den ersten großen internationalen Erfolg feierte dann auch Unten am Fluss (1978). In der Geschichte des Genres Filmanimation verewigte sich Großbritannien jedoch erst durch das Studio Aardman Animations, das die Stop-Motion-Animation und formbare Figuren aus Plastilin einsetzte.

Regisseur Nick Park kam dann mit seinem Plastilinmännchen Wallace und seinem Hund Gromit und drehte mit ihnen den Kurzfilm Wallace & Gromit - Alles Käse (1989). Als er dann mit denselben Helden auch den Film Wallace & Gromit -  Die Techno-Hose (1993) drehte und dafür einen Oscar erhielt, gelang es dem Studio endlich, genügend Mittel auch für einen abendfüllenden Film aufzutreiben. Dabei handelte es sich um Chicken Run - Hennen Rennen (2000), darauf folgten noch die Filme Wallace & Gromit auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen (2005), zwei Streifen mit der Figur Shaun das Schaf (Shaun das Schaf - Der Film von 2015 und Shaun das Schaf - Der Film 2 von 2019) oder Arthur Weihnachtsmann (2011), die jedoch schon standardmäßig per dreidimensionaler Computeranimation entstanden.

Animal Farm - Aufstand der Tiere (1954)

Animal Farm - Aufstand der Tiere -

 

Die Tradition der Puppenanimation in der Tschechoslowakei

Die tschechoslowakische Animation hat gegenüber Frankreich und Großbritannien eine lange Tradition vor allem im Hinblick auf die Arbeit mit Marionetten. Die ersten Filmateliers, die sich der Herstellung von Animationsfilmen widmeten, wurden in der Tschechoslowakei im Jahre 1939 in Zlín unter der Bezeichnung FAB - Filmateliers Baťa gegründet, ursprünglich waren sie errichtet worden, um Werbespots zu drehen. Der erste tschechoslowakische Kurztrickfilm Ferda the Ant (1944) war zugleich ein Puppenfilm, gedreht wurde er von der Mitarbeiterin der Ateliers Zlín Hermína Týrlová. Ihre zweite Erfahrung mit dem Film waren Animationen in dem Streifen Bořivoj Zeman The Christmas Dream (1945), an dem sie zusammen mit Karel Zeman arbeitete, der 1942 als ihr Assistent seine Tätigkeit aufnahm. Gerade Karel Zeman wurde anschließend eine der führenden Persönlichkeiten der tschechischen Animation dank seinen Spielfilmen Dinomania - Reise in die Urzeit (1955), Die Erfindung des Verderbens (1958), Baron Münchhausen (1961) oder Das gestohlene Luftschiff (1966), in denen er lebende Schauspieler mit animierten Elementen und Puppenanimation kombinierte, und seiner reinen Animationsfilme, zum Beispiel Krabat (1977) oder Das Märchen von Hans und Marie (1980).

Animationsfilme wurden in der Tschechoslowakei vor allem in TV-Serien für Kinder gezeigt. Ab den 50-er Jahren entstand eine ganze Reihe von kurzen Animationsserien, die ab 1965 zur Kindersendung Večerníček zusammengefasst wurden. Die bekannteste von ihnen ist wahrscheinlich die Serie Der Kleine Maulwurf (ab 1957), in der der Animateur Zdeněk Miler die Figur eines Maulwurfs schuf, der später zum Symbol des tschechischen Animationsfilms wurde. Zu weiteren populären Animationsfilmen im Rahmen von Večerníček zählen zum Beispiel Geschichten zwischen Moos und Farn (ab 1968), Pat & Mat (ab 1976) oder Bob und Bobby – Kaninchen aus dem Zauberhut (ab 1979).

Eine bedeutende Persönlichkeit des tschechoslowakischen Animationsfilms war auch Jiří Trnka, ein vielseitiger Künstler, der als Bühnen- und Kostümbildner mit dem Nationaltheater zusammenarbeitete. Später entwarf er dann Kostüme auch für Filmemacher, worauf er 1945 das Animationsfilmstudio Bratři v triku gründete und 1947 auch ein Puppenfilmstudio schuf. Bekanntheit erlangte er insbesondere mit seinen Puppenfilmen Prince Bayaya (1950), Old Czech Legends (1952) und Ein Sommernachtstraum (1959). Mit einer künstlerisch einfallsreichen Stop-Motion-Animation wurde Jan Švankmajer bekannt, der Puppen, Masken und Animationselemente in seinen surrealistisch stilisierten Spielfilmen Alice (1988), Faust (1994), Conspirators of Pleasure (1996) oder Little Otik (2000) verwendete.

Reise in die Urwelt (1955)

Reise in die Urwelt -

 

Die Entwicklung der Animation in weiteren europäischen Ländern

In anderen europäischen Ländern waren nur ein paar Animationsstudios aktiv, etwa ab den 70-er Jahren, als animierte TV-Serien für Kinder entstanden, für deren Produzenten es sich darüber hinaus oftmals auszahlte, mit Trickfilmern aus Japan zusammenzuarbeiten - so beispielsweise entstand Die Biene Maja (ab 1975). Kurze Animationsfilme unabhängiger Filmemacher tauchten auf Filmfestivals auf, oft handelte es sich zum Beispiel um Streifen, die in der Sowjetunion entstanden waren. Vielen Ländern gelang es mit der Zeit, sich auf dem Animationsfilmmarkt und im Kampf gegen die internationale Konkurrenz durchzusetzen, indem sie mit markanten, eigenwilligen Titeln kamen wie beispielsweise den Filmen Waltz with Bashir (Israel und Frankreich, 2008), Loving Vincent (Polen, 2017) oder Klaus (Spanien, 2019). Internationalen Erfolg hatten auch die irischen animierten Fantasy-Streifen von Tomm Moore The Secret of Kells (2009), Die Melodie des Meeres (2014) und Wolfwalkers (2020), die sich an der irischen und der keltischen Mythologie inspirierten.

An die Tradition der tschechoslowakischen Puppenanimation knüpften in der Tschechischen Republik nach der Jahrtausendwende unter anderem drei erzählende Filme an, die auf der Basis der Märchensammlung von Jan Werich mit dem Titel Fimfarum (ab 2002) gedreht wurden, und auch das Schaffen des Animateurs Jan Balej, des Autors der Filme One Night in City (2007) und Little from the Fish Shop (2015). Im tschechischen Animationsschaffen ist außerdem seitdem auch das Bemühen zu spüren, es dem ausländischen 3D-Animationsschaffen gleichzutun, und zwar vor allem in den Filmen Goat Story: The Old Prague Legends (2008), The Oddsockeaters (2016) oder Harvie and the Magic Museum (2017). Eine nicht standardgemäße Position im Rahmen der tschechischen Filme hatte der Comicstreifen Alois Nebel (2011) inne, der durch die bereits erwähnte Methode der Rotoskopie entstand, als der gesamte Film zuerst mit lebendigen Schauspielern gedreht und anschließend manuell Feld für Feld überzeichnet und anschließend am Computer bearbeitet wurde. Auf ähnliche Art und Weise entstanden auch die amerikanischen Filme von Richard Linklater Waking Life (2001) und A Scanner Darkly (2006).

Waltz with Bashir (2008)

Waltz with Bashir -

 

Japanische Anime

Eine außergewöhnliche Bedeutung haben im Animationsschaffen auch japanische Künstler, die sehr erfolgreich einen ganz eigenen Stil einer manuellen Animation entwickeln konnten, der als Anime bekannt wurde. Dieser entstand aufgrund des Mangels an Animationsmethoden unter Betonung der künstlerischen Qualität des Bildes und nicht der Bewegung - so war es beispielsweise üblich, der Schaffung des Hintergrunds viel Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen, der durch seine Ausgefeiltheit und seine Details dabei behilflich war, eine Gesamtatmosphäre zu schaffen. Der erste abendfüllende Anime-Film war der Kriegsstreifen Momotaro's Divine Sea Warriors von 1945, dessen Entstehung von der japanischen kaiserlichen Marine finanziert wurde. Im Fernsehen wurde das Anime-Schaffen etwa ab dem Beginn der 60-er Jahre ausgestrahlt, etwa zur gleichen Zeit gelangte es auch auf den ausländischen Markt. Einige Filme entstanden direkt mit der Absicht, auf die Fernsehbildschirme in den USA zu gelangen, was beispielsweise die Serien Astro Boy (ab 1963), Mahou Tsukai Sally (ab 1966) oder Speed Racer (ab 1967) betraf. In Japan war zu dieser Zeit bereits die Serie Sazae-san sehr bekannt, die ununterbrochen ab 1969 ausgestrahlt wurde und die mit ihren 7500 Episoden ins Guiness-Buch der Rekorde als am längsten laufende Serie in der Geschichte eingetragen wurde (die Entstehung neuer Folgen unterbrach erst 2020 die Corona-Pandemie).

Im Laufe der 70-er Jahre kam es in Japan zu einer verstärkten Popularität der Manga-Comics, die die Anime um einige typische Merkmale und Genres bereicherten und diese in die zeitgenössische Kunst versetzten. Für das ausländische Publikum ungewöhnlich waren beispielsweise das Subgenre mit der Bezeichnung Mecha, in dem Riesenroboter auftraten, oder Hentai, das sich um erotische und pornografische Themen drehte. In den 80-er Jahren wurde dann Anime zur Hauptfilmströmung und erlebte eine gewaltige Blütezeit, unterstützt durch die Entstehung einer enormen Anzahl an Titeln. In den neunziger Jahren dehnten sich dann Anime-Filme in hohem Maße auch auf ausländische Märkte aus. Klassiker waren die Werke Akira (1988), Ghost in the Shell (1995) oder Perfect Blue (1998), die größte Legende unter den Filmemachern waren das Studio Ghibli und sein Hauptvertreter Hayao Miyazaki, der unter anderem bei den Streifen Nausicaä aus dem Tal der Winde (1984), Mein Nachbar Totoro (1988), Porco Rosso (1992) und Prinzessin Mononoke (1997) sowie bei Chihiros Reise ins Zauberland (2001) Regie führte, für den er einen Oscar erhielt.

Von den weiteren japanischen Filmemachern darf an Mamoru Hosoda nicht vergessen, der z. B. hinter den Filmen Summer Wars (2009) und Ame & Yuki - Die Wolfskinder (2012) stand, Rintarō, der Macher von Galaxy Express 999 (1979), Isao Takahata, der bei Die letzten Glühwürmchen (1988) und Pom Poko (1994) Regie führte, Yoshiaki Kawajiri mit seinen Filmen Wicked City (1987), Ninja Scroll (1993) oder Vampire Hunter D (2001) oder Makoto Shinkai, dessen Film Your Name - Gestern, heute und für immer (2016) seinerzeit zum kommerziell erfolgreichsten Anime-Film aller Zeiten avancierte und auch Chihiros Reise ins Zauberland übertraf. Langfristig populäre Anime-Serien waren beispielsweise Dragon Ball (ab 1986), One Piece (ab 1999), Pokémon (ab 1997), Naruto - The Movie (ab 2002), Fullmetal Alchemist (ab 2003), Death Note (ab 2006) und Attack on Titan (ab 2013).

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