Inhalte(1)

Im Sommer 1960 ereignete sich in den Niederlanden ein unvorstellbarer Mord: Drei Teenager töteten einen 14-jährigen Mitschüler aus purer Willkür. Zuvor versteckten und umsorgten sie ihn fünf ganze Wochen lang auf einem Dachboden, damit er wegen eines gestohlenen Motorrads keinen Ärger bekäme. Wie sich die Gewalt allmählich ins Verhalten der Freunde einschleicht – die dem Kumpel aus armen Verhältnissen zunächst helfen wollen; dann die Lust daran verlieren, aber den ungebetenen Gast nicht mehr los werden – schildert der belgische Regisseur Arno Dierickx quälend detailliert, in all seiner psychologischen Grausamkeit und beklemmend eindringlichen Bildern. Es ist die konsequente Anatomie eines Verbrechens, wie es sich in einer von Standesdünkel und Zwängen geprägten, verbohrten Zeit zutrug. Wie so oft ist es ein eng begrenzter, abgeschotteter Raum, in dem niedere Instinkte offenbar bestens gedeihen. Auch ehrgeizige Zukunftsträume sind eine treibende Kraft in der Geschichte des Arbeitersohns Simon, der sich für einen Sommer die Gunst der reichen Brüder Arnout und Victor erschmeicheln kann und fast das Gefühl bekommt, dazuzugehören. Bis der stets in Schwierigkeiten steckende Raufbold Ronny plötzlich in der luxuriösen Villa auftaucht und um Unterschlupf bittet. Der wird ihm großzügig gewährt. Doch schon bald beginnen Eifersüchteleien, Macht- und Männlichkeitskämpfe das Verhältnis der vier Jungs gefährlich zu vergiften. (Verleiher-Text)

(mehr)